Die Schlacht ist geschlagen, der Sieger steht fest. UK hat einen neuen Premierminister. Der wurde von der Königin mit den Worten: “I don’t know why anyone would want the job” empfangen, womit sie mal wieder den Nagel auf dem Kopf traf. Ungewöhnlich für Leute wie Boris Johnson, dass er die Konsequenzen seiner nicht immer ganz aufrichtigen Brexit Kampagne nun tragen will. Ich habe da eine Vermutung, nämlich, dass ihm die EU Mitgliedschaft eigentlich ziemlich egal ist. Das einzige was für ihn zählt ist das Amt. Das ist nicht unredlich und es macht mir Hoffnungen, dass es durchaus eine 180 Grad Wende geben könnte, falls das gerade so passt. Und wer könnte das dann dem Volk besser verkaufen als Mr Johnson?

Die wirklich wichtigen Fragen, wurden aber von Politik und Presse nicht beantwortet. Beispielsweise machte sich ein englischer Bürger Sorgen, wer eigentlich das Land in der Stunde zwischen Abschied und Ernennung des neuen Premier regiert? Solange dauerte es nämlich, bis die Queen beide Kandidaten empfangen hat. Die sollen sich schließlich nicht im Flur begegnen, nachher kommt es noch zu Streit. Schlimm genug, wenn Urlaubs-Demonstranten unter dem Schutz des moralischen Gewissens, andere mächtig nerven.

 

Greenpeace behindert die Fahrt zur Königin. Was soll das? Sie können froh sein, dass die Polizisten sehr entspannt blieben. Wenn man sich der Royal Guard in den Weg stellt, und sei es nur aus Trotteligkeit, dann wird man ziemlich unsanft zur Seite gedrängt. Also Abstand halten, dass ist eigentlich auch eine Frage des Respekts.

 

Also wie war es nun an dem Tag des Amtsinhaberwechsels um die Sicherheit des Landes bestellt? Wer hatte den Koffer mit den Nuklear Codes? Ja, Großbritannien ist eine Atommacht. Und wer wäre im Fall des Falles ans rote Telefon gegangen? Natürlich der Chef, der sich dazu auf seinem Twitter Account gemeldet hatte: „He’s got four paws and his name rhymes with Barry…“

 

Larry kümmern die Premiers nicht. Sie kommen und gehen, genau wie die Staatsgäste aus aller Welt. Er lässt sich von Polizisten die Tür öffnen und weiß genau wer der Topdog in No 10 ist.

 

Inzwischen liegt eine offizielle Erklärung vor. Boris Johnson wird mit seiner Freundin die Wohnung in der Downing Street No 11 beziehen. Sie ist größer als das Appartement in No 10. Die beiden planen die Adoption eines Hundes. Natürlich aus dem Tierheim in Southwark, was sonst. Hoffentlich fällt die Wahl auf einen Bobtail, das wäre wunderbar. Chiefmouser Larry wurde garantiert, dass er in der No 10, also im Amtssitz, bleiben darf und ‚angemessen versorgt‘ wird. Alles andere wäre auch undenkbar, denn der pelzige Held mit Twitter Account, und Wikipedia Seite hat nun bereits drei Premierminister (üb-)erlebt. Die Queen kommt mit Boris auf den 43. PM, aber mal sehen, ob Larry’s Kollektion nicht schon bald anwächst. Immerhin ist der gar nicht schüchterne Medienstar erst sieben Jahre alt und kann also noch eine ganze Zeit im Zentrum der Macht bleiben.

 

Ein Gruß von Larry. Er liebt das Twittern ebenso sehr wie Donald Trump, ist aber um Längen sprachgewandter.