Wer kommt? Wer wurde nicht eingeladen? Das Rennen ist eröffnet, man darf spekulieren. Nächsten Samstag findet die Beisetzung des Duke of Edinburgh statt, natürlich live im TV übertragen. In Deutschland wird sich RTL um 15:00 Uhr zuschalten. Es wird eines der großen Ereignisse sein, wenn auch im kleinen Kreis. Die Zahl der Gäste ist arg begrenzt. Mehr als 30 sind nicht erlaubt, so sind nun mal die Corona-Regeln. Egal ob König oder Bettler, es kann keine Ausnahme geben. Weil aber die königliche Familie nicht gerade klein ist, fängt nun die handverlesene Auswahl an. Wer soll dabei sein? Auf wen kann man verzichten. Nachdem Prince Harry bereits in London eingetroffen ist,  wage ich mal eine Vorhersage:

 

 

Ein Name fehlt, nämlich der des Premierministers. Er wäre auf jeden Fall geladen, vielleicht sogar mit Lebenspartnerin Carrie Symonds. Weil er aber um die begrenzte Anzahl von Plätzen weiß, hat er höflich seinen angeboten. Die Windsors haben es dankbar angenommen. Ich arbeite mich mal durch die möglichen Kandidaten und denke die Kinder und Enkelkinder des Verstorbenen sind fest gebucht. Dazu ihre Ehepartner. Nur beim Duke of York wird das wohl nicht der Fall sein, denn obwohl er nach der Scheidung von seiner Frau weiter mit ihr zusammenlebt, gehört Fergie nicht mehr zur Familie. Und schon hätten wir 19 Personen zusammen. Puhhh, das wird eng. 

Direkte Angehörige des Verstorbenen gibt kaum noch. Seine Schwestern und deren Ehemänner sind alle längst gestorben und die Beziehung zu ihnen war zumindest bei der Heirat (1947) politisch schwierig. Von seinen engen Freunden lebt auch keiner mehr. Das ist nicht überraschend, wenn ein Mensch fast einhundert Jahre alt ist. Und so könnte vielleicht der langjährige private Sekretär als einziges nicht Familienmitglied auf der überschaubaren Liste stehen.

Wohl nicht nur wegen des Platzmangels hat so mancher aufgeatmet, als Harry gestern Abend alleine aus dem Flugzeug stieg. Familienstreit gehört dazu, aber eine Beerdigung ist kein guter Rahmen, um diesen auszutragen. Nun wird der rebellische Enkel alleine an der Feier teilnehmen und alle sind gespannt, wie man ihn behandeln. Wegen der Maskenpflicht bleibt vieles verborgen, aber Blicke können ja auch verletzen. Körpersprache geht auch, wie man beim letzten offiziellen Aufeinandertreffen sehen konnte. Eine Peinlichkeit ist vorprogrammiert. Vermutlich werden Charles, sein Bruder Andrew und sein Sohn William in Uniform erscheinen. Das ist Harry verwehrt, -eigentlich muss man sagen, er hat es sich selbst zuzuschreiben,- und nun wird sein neuer Status, den er unbedingt haben wollte, deutlich sichtbar sein.

Normalerweise würden auch die Ur-Enkel an der Feier teilnehmen, wenn ihr Alter es zulässt. Aber es gilt als sicher, dass man darauf verzichtet, weil man eben um jeden freien Platz kämpfen muss. Die Cousins und Cousinen sind alle hochbetagt, wen wundert’s. Aber sie sind sogenannte ‚working members‘, stehen also der Königin zur Verfügung, wenn mal wieder etwas eingeweiht werden muss. Genau diesen Dienst verweigern Harry und seine Frau dem Königshaus. Zählt man alles zusammen, bleiben noch drei Restplätze übrig. Ob dort die Tochter des Earl of Snowdon sitzen wird oder eher Lady Pamala Hicks ist diskutabel. Lady Hicks stand dem Verstorbenen nahe, sie ist nicht nur eine Cousine ersten Grades, sondern vor allem eine enge Freundin. Beide haben den Pferdesport geliebt und betrieben die Kutschfahrt in sehr sportlicher Weise bis ins hohe Alter. Nun ist die Dame selbst schon 91 Jahre alt und man muss sehen, ob sie kommen kann. 

Wenn die Feier beendet ist, wird man den Sarg in die königliche Kapelle tragen, wo er bis auf Weiteres ruhen wird. Konkret gesagt, bis die Königin selbst stirbt. Erst dann werden beide gemeinsam in der Familiengruft ihre letzte Ruhe finden. Die Sargträger, alles engste Angehörige, und die Königin werden alleine in der Kapelle Abschied nehmen. Bis auf eine Ausnahme: Brigadier Miller-Bakewell hat die Ehre daran teilnehmen zu dürfen. Er war lange Zeit der engste Berater des Dukes und man bedankt sich auf diese Weise für seine Loyalität. 

Und falls Sie dann die Zeremonie am Fernseher verfolgen und feststellen, dass meine Vorhersage völlig falsch war, dann lassen Sie sich nicht verwirren. Warten wir es ab, es kommt bestimmt mal wieder ganz anders. Eines ist aber schon jetzt in Stein gemeißelt. Nämlich der zeitliche Ablauf. Da hat man minutiös geplant und das wird genau so eintreffen. You can bet your life on it!

 

Der Daily Telegraph hat eine Grafik erstellt, die den kurzen Weg des Trauerzuges zeigt. Alles innerhalb der Mauern von Schloß Windsor. Publikum ist ausnahmsweise nicht erwünscht und hat keine Chance irgendetwas davon vor Ort zu sehen. Die Zeitangaben sind GMT, also +1.