Beim Fotografieren kommt es auf das Licht an. Letzlich sind es ganz alleine die Lichtwellen, die ich in meiner Kamera einfange und als Foto mit nach Hause nehme. Als ich meine ersten Aufnahmen mit einer Spiegelreflexkamera machte, dachte ich mir die Bedingungen wären bei Sonnenschein um die Mittagszeit optimal. Damit lag ich falsch. Dann ist zwar maximales Tageslicht vorhanden, aber genau das kann ein Bild schnell in seiner Wirkung zerstören. Denn wenn die Sonne mittags am Himmel steht wirft sie harte, dunkle Schatten. Man bekommt dann Bilder, wo ein Teil überbelichtet ist und gleich daneben Details in Dunkelheit ertrinken. Für Dokumentationen mag es taugen, aber nicht um Stimmungen einzufangen.

Viel besser eigenen sich dafür die Stunden am Morgen oder Abend, wenn die Sonne zwar lange, aber hellere Schatten wirft. Das gilt sowohl in der Natur als auch und ganz besonders in der Stadt. Und dann gibt es noch zwei Tageszeiten, die gerade in der City besonders schöne Aufnahmen ermöglichen. Das ist die ‚goldene‘ und die ‚blaue Stunde‘. Beides Zeitabschnitte unmittelbar vor Sonnenaufgang bzw. gleich nach deren Untergang. Aber genug der Theorie, man versteht es viel besser, wenn ich einmal Beispiel zeige. Und was bietet sich da besser an, als die Tower Bridge in London.

 

Tagesaufnahme um die Mittagszeit, leicht bewölkter Himmel:

 

Aufnahme kurz nach dem Sonnenuntergang, auch ‚blaue Stunde‘ genannt:

 

Nachtaufnahme. Ja, in London gehen die Lichter niemals aus:

 

Kurz vor Sonnenaufgang fotografiert. Wir sind in der ‚goldenen Stunde‘:

 

Ich hoffe ich konnte Sie überzeugen. Stellen Sie sich den Wecker und probieren Sie es selbst aus. Es funktioniert nämlich an jedem Ort der Erde. Allerdings am besten in London, weil man dort eines der schönsten Stadtpanoramen geboten bekommt. Und das von jedem Ort nördlich oder südlich der Themse. Viel Spaß!