… is there a letter in your bag for me? Die bange Frage stellte sich mir letzten Monat, kurz bevor ich nach London reisen wollte. Ich hatte mir eine Membership Card für die Royal Palaces bestellt und die sollte natürlich unbedingt im Gepäck sein. Ich hatte etwas spät daran gedacht und so blieb nicht viel Zeit, aber ich hoffte auf schnelle Zusendung. Es klappte. Der ersehnte Brief kam rechtzeitig bei mir an. Ich staunte nicht schlecht, denn das Kuvert war wirklich nicht zu übersehen. Bunt und fröhlich bedruckt, über die ganze Fläche, so dass der Briefträger zweimal hinschauen mußte, um meinen Namen zu finden. Aber er kennt seine Kunden und lieferte pünktlich.

 

 

Die Aufmachung versprach nicht zu viel, der Inhalt war genauso interessant wie die Verpackung. Zuerst zog ich einen Katalog mit den aktuellen Veranstaltungen heraus, der kam mir gerade recht. Als nächstes entdeckte ich meine persönliche Eintrittskarte, handlich im Scheckkartenformat und nett bedruckt. Damit habe ich jetzt ein Jahr lang freien Zutritt in sechs Royal Palace, ausserdem kann ich jederzeit kostenfrei ins Banqueting House an der Whitehall. Das ist der älteste Palast, nur noch ein Rest, aber mit weltberühmter Deckenbemalung. Ich habe für die Jahreskarte knapp 60 Euro ausgegeben und sparte eigentlich schon während der ersten Reise. Mit so einer Membership Card kann man auch mal kurz einen Besuch im Tower machen und hat nicht das Gefühl, dass man nun den Tageseintritt (ca. 28 Euro) dort unbedingt abwandern muß. 

Ganz besonders gefiel mir der Bonus inform diverser exklusiver Veranstaltungen. Sie werden ausschließlich den Members angeboten und davon habe ich gleich mal Gebrauch gemacht. Eine Abendführung im Tower, nur im kleinen Kreis, war meine Wahl. Und das war die richtige Entscheidung, denn zu meiner großen Freude wurden wir von Christopher Skaife persönlich herumgeführt. Er ist der Ravenmaster des Towers und ich hatte vor gar nicht langer Zeit sein gleichnamiges Buch gelesen. Es hatte mich sehr begeistert und deshalb war ich ‘over the moon’ ihn, den Autor, persönlich kennenzulernen. Für ein Selfie mit ihm war ich zu schüchtern, aber die Erlaubnis für ein Foto bekam ich sofort und ich merkte, dass er in dieser Disziplin sehr erfahren sein muß. Er stand bilderbuchmäßig bereit, kein Wackeln, kein Rumalbern. 

 

Große Ehre für mich. Der Ravenmaster of the Tower, Christopher Skaife, stand mir für ein Foto zur Verfügung. Sein Schützling, Rabe George, ist genauso fotogen und liess sich bereitwillig auf ein Shooting mit mir ein. Darüber schreibe ich aber einen eigenen Text. – Rechts die Kataloge für die Palaces, die ich ab sofort kostenfrei besuchen kann.

 

Mit dem Kauf der Karte habe ich alles richtig gemacht, oder? Nun ja, eigentlich schon, wenn da nicht der Brexit wäre. Momentan herrscht das Chaos in London. Das Parlament wehrt sich gegen die vom Premier Minister angeordnete Zwangsschließung (geht das bei uns auch?), die Londoner protestieren vor der Downing Street (sollte ich Clowning Street sagen?), bei British Airways streiken die Piloten drei volle Tage lang im September und bei Transport for London denken die U-Bahnfahrer über ähnliche Aktionen nach. Ich bin zwar noch immer ganz optimistisch, vermute mal stark, das es eine erneute Deadline Verlängerung gibt, aber verlassen kann man sich aktuell auf gar nix. Und deshalb bleibe ich erst einmal zu Hause und warte gespannt ab. Zum Glück ist meine Membership Card noch bis August 2020 gültig; da kann noch viel passieren.

Übrigens war die Rückseite des Briefes genauso bunt und fröhlich wie die Vorderseite bedruckt. Mich hat es gefreut, denn da schwingt gute Energie mit und davon lasse ich mich gerne berühren.

 

 

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