Wenn mein ‘he’ in der Stadt zu tun hat, dann fährt er mit der Bahn. Das Auto bleibt in der Garage, denn er hat keine Chance einen Parkplatz zu finden. Eigentlich kein Problem, der Bahnhof ist nicht weit entfernt und die Züge fahren alle paar Minuten. Heute war die Fahrt aber eine echte Herausforderung. “You fell like you’re in hell”, schimpft er und marschiert ins Bad. Erst einmal eine Dusche, dann erst der ‘how-lovely-to-see-you-kiss’. Ich kann ihn gut verstehen, denn in den Londoner U-Bahnen ist es ganzjährig ziemlich warm und an heißen Tagen unerträglich. Es gibt nur vier Linien, die klimatisierte Züge anbieten: die Circle, die District, die Hammersmith & City und die Metropolitan Line. Auf allen anderen Linien muß man sich auf Hitze einstellen. Also unbedingt etwas anziehen, was man gegebenfalls auch wieder ausziehen kann. Selbst in den Bahnhöfen ist es oft unerträglich heiß. Grund ist die Tiefe der Tunnel, bis zu neunzig Meter unter der Erde, denn sie kreuzen sich an vielen Stellen, werden also untereinander gebaut. Eine andere Ursache ist die schlechte Lüftung im Tunnelsystem. Die Röhren sind nicht viel größer als der Zug, nicht umsonst nennt man die U-Bahnen Tube. Da ist einfach kein Platz für frische Luft, woher soll sie kommen? 

Diese Bilder wurden heute in der Londoner U-Bahn gemacht. Das linke ist mit einer Wärmekamera in der Piccadilly Line aufgenommen worden. Das rechte zeigt eine Londonerin, die ein Meßgerät dabei hatte und das misst stolze 33,5°C auf dem Bahnsteig. Im Zug dürfte es noch wärmer sein.

 

 

Aber eigentlich ist die London Underground ein sehr gutes Verkehrsmittel. Es gibt viele Linien, die Züge fahren im Minutentakt und am Wochenende sogar rund um die Uhr. Das Ticketsystem ist einfach, der Preis für die Fahrt wird automatisch ermittelt, sobald man die Schranke passiert. Ich staune eher darüber, wie reibungslos dieses gigantische System funktioniert. Die Logistik und der personelle Aufwand sind immens. Die Londoner Underground ist die älteste der Welt und hat weltweit das drittlängste Netz (400km lang!). Bis zu vier Millionen Menschen nutzen es täglich. Ebenfalls rekordverdächtige 11 Linien verbinden 270 Stationen. Zahlen, die beeindrucken und mich nachsichtiger stimmen, wenn mal wieder ein Zug liegenbleibt, weil irgendein Signal dauerhaft auf rot schaltet. Ich bleibe Fan der London Underground und bin bisher, -toi, toi, toi,- noch immer am gewünschten Ziel angekommen.

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