Wir verdrängen es gerne, aber das Reisen kann auch mit Risiken verbunden sein. Die Aussage ‘Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um’, lasse ich gelten, aber eine Londonreise ist keine akute Gefahrensituation. Trotzdem sollte jedem bewußt sein, dass ein terroristischer Anschlag jederzeit möglich ist. Das gilt ganz besonders für die Orte, die von den Touristen besucht werden. Die Londoner Polizei tut alles, um die Menschen zu schützen und ich bin voller Respekt und Bewunderung über das Auftreten der uniformierten Frauen und Männer. Man hält die Balance zwischen Sicherheitsbelangen und Touristenneugierde. Es wäre doch viel einfacher, wenn man weiträumig absperrt, aber genau das macht man nicht. Die Besucher dürfen überall hin, sind immer willkommen und bemerken kaum den Aufwand, der für ihre Sicherheit betrieben wird. Ich sage deshalb deutlich JA zu den Videoüberwachungen, deutlich JA zu den Hubschraubern in der Luft und deutlich JA zu den bewaffneten Polizisten. Ich fühlte mich in London bisher stets sicher und gut beschützt.

 

Im April 2019, nahe Trafalgar Square, erlebt: Ein lauter Knall, dann schlagen Flammen aus einem Auto. Der Wagen steht sofort in Flammen, zum Glück ist er leer. War es ein technischer Defekt oder ein Anschlag? Ich reagierte falsch, blieb stehen und machte Fotos. Sehr dumm, es wird mir nicht wieder passieren. – Es war wohl ein Unfall, sonst hätten die Nachrichten berichtet.

 

Immer im Sommer, während der Ferienzeit, steigt das potentielle Risiko eines Terroranschlags. Es ist eine einfache ‘Kosten-/Nutzenrechnung’, die natürlich auch von den bösen Menschen angestellt wird. Trotzdem muß man nicht ängstlich reagieren, die Wahrscheinlichkeit selbst betroffen zu sein, ist äußerst gering. Ich war noch nie in der Nähe eines Terroranschlages, habe allerdings schon einen verletzten Touristen, auf dem viel befahrenen Strand, liegen gesehen. Er war nicht an der Ampel, sondern mitten im Verkehr über die Strasse gegangen und hatte nicht bedacht, dass in England Linksverkehr gilt. So war er direkt in eine Taxe gelaufen, dessen Fahrer keine Schuld traf. Damit will ich einfach sagen, dass es ‘Gefahren’ vielerlei Art gibt, wenn man auf unbekannten Terrain unterwegs ist. Es sieht cool aus, wenn die Londoner schlafwandlerisch durch den dicksten Verkehr surfen, Sie sollten es aber bitte nicht nachmachen. Bleiben Sie bei rot an der Ampel stehen, Sie kapieren nämlich den komplexen Verkehrsstrom nicht. Das meine ich ehrlich und spreche dabei aus langjähriger Erfahrung.

Für den Fall des Falles, also bei einem bewaffneten Angriff, gilt in London eine einfache Regel: RUN, HIDE, TELL. Sobald Sie eine Gefahr spüren, laufen Sie weg, verstecken Sie sich und erst dann, wenn Sie in Sicherheit sind, greifen Sie zum Telefon. Die Notrufnummer lautet: 999. Es gibt noch eines andere Rufnummer, die man sich notieren sollte. Es ist die Terrorist-Hotline, Nr. 0800 789 321. Sie nimmt jeden Hinweis auf verdächtige Beobachtungen auf. Es kann auch nicht schaden sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um sich das Polizei Video anzusehen, dass insbesondere Touristen informiert. Es ist, zusammen mit weiteren Informationen, unter diesem Link zu finden: gov.uk/ACT

So, und nun die Koffer packen. Da gehört alles Notwendige hinein und ich bin wohl nicht die Einzige, die sich dafür eine Liste erarbeitet. Warum also nicht auch eine kurze Vorbereitung für einen eventuellen Notfall gedanklich speichern? Wenn es umsonst war, wir keine Gefahrensituation meistern müssen, um so besser. Gute Reise und einen sicheren Aufenthalt in London.

 

Im Notfall gilt: WEGLAUFEN, VERSTECKEN und erst dann die POLIZEI ANRUFEN.

 

 

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